Benzophenone-1

Bewertung: schlecht schlecht
INCI-Bezeichnung
BENZOPHENONE-1
Alternative Namen
Dihydroxybenzophenon, Uvinul 400
Herkunft
chemisch
Definition
INCI-Funktion
UV-Absorber, UV-Filter
Die INCI-Funktion beschreibt lediglich den Verwendungszweck eines Kosmetik-Inhaltsstoffs. Sie sagt nichts über dessen tatsächliche Wirkung und Hautverträglichkeit aus. Diese und andere Eigenschaften finden Sie nachfolgend.
Eigenschaften
  • Bewertung: sehr schlecht hormonaktiv
  • Bewertung: schlecht allergisierend
  • Bewertung: schlecht löst häufig Hautirritationen aus
  • Bewertung: schlecht nicht uv-stabil
  • Bewertung: durchschnittlich schützt das kosmetische Mittel vor den Einwirkungen von UV-Licht
  • Bewertung: gut schützt vor Sonnenbrand
CAS-Nr.
131-56-6
EINECS/EILINCS-Nr.
205-029-4

Studien, Fachliteratur und Stellungnahmen zu Benzophenone-1

  • Universität Zürich Studie M.Schlumpf, W.Lichtensteiger, H.Frei, Seite 104

    Benzophenone-1: Estrogene Aktivität Aktivität im Test nachgewiesen.

  • Springer Lexikon Kosmetik, Seite 47

    Chemischer UV-Filter. Allergische Reaktionen möglich. Nicht empfehlenswert.

  • Kosmetik-Inhaltsstoffe A-Z, Seite 24

    Um einen Faktor 60, 80 oder gar 100 zu erreichen und sich großmundig Sun-Blocker nennen zu dürfen, werden die unterschiedlichsten Lichtschutzfaktoren mit Stoffen wie hautreizenden Emulgatoren auf Basis von Polyethylenglycol (PEG), Stabilisatoren, Silikonölen, Konservierungsmitteln und antimikrobiellen Komponenten, Antioxidantien, Verdickungsmitteln und Duftstoffen gemischt. Die Werbung verspricht dann natürliche, sportliche Sonnenbräune.

    Doch gewisse Schutzsubstanzen, wie etwa Benzophenone, Ethylhexyl-Methoxycinnamate, Butyl-Methoxydibezoylmethane und die das Hormonsystem beeinflussenden 4-Methylbenzyliden-Campher, stellen selbst wiederum eine Gefahr für die Haut dar. Für die eigentliche Sonnenschutzwirkung wichtig sind die Filtersubstanzen, auch UV-Absorber genannt. Die Höhe der Schutzwirkung bei Sonnenpflegeprodukten drückt sich im Lichtschutzfaktor aus. Die Haut hat einen gewissen, individuell sehr unterschiedlichen Eigenschutz gegenüber der Sonne, bevor sie rot wird und sich entzündet. Im Mittel geht man von 20 Minuten bei ungebräunter Haut aus. Der Lichtschutzfaktor gibt nun an, um wie viel länger man sich mit dem Sonnenschutz der Sonne aussetzen kann. Lichtschutzfaktor 12 bedeutet also 12 mal 20 Minuten oder 240 Minuten = 4 Stunden.

    Hohe Schutzfaktoren sind in. Sie suggerieren Sicherheit. Doch wie sieht es in der Realität aus? Kosmetikfachleute sagen: Alles was über Faktor 20 ist, macht in der Schutzwirkung kaum noch einen Unterschied und macht allenfalls noch bei Extremexposition wie Hochgebirgswandern einen Sinn. Die Schweizerische Krebsliga macht darauf aufmerksam, dass mit dem Faktor 15 bereits neunzig Prozent der UV-B-Strahlen herausgefiltert werden und das mit höheren Schutzfaktoren die Filterwirkung noch sehr geringfügig zunimmt, unter Umständen aber die Belastung für die Haut höher wird. Sonnenschutzmittel mit Faktor 20 sind auch ohne chemische UV-Filter erhältlich. Bei den Lichtschutzfiltern wird grundsätzlich zwischen physikalischen und chemischen UV-Filtern unterschieden. Mineralische Filter dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren das Licht an der Haut.

    Bei den Lichtschutzfiltern wird grundsätzliuch zwischen physikalischen und chemischen UV-Filtern unterschieden. Mineralische Filter dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren das Licht an der Hautoberfläche. In den marktführenden Sonnenschutzmitteln werden meist physikalische-mineralische mit chemischen UV-Filtern kombiniert. Diese dringen in die Haut ein und wandeln sie in die weniger problematische Wärmestrahlung um. Die meisten dieser chemischen Komponenten gelten als allergieauslösend. Fast alle chemischen Filter stehen im Verdacht zellschädigend zu wirken. Die chemischen Lichtschutzsubstanzen sind häufig an unerwünschten Hautreaktionen beteiligt. Sie besitzen stark allergisierendes Potenzial oder können zu fototoxischen Reaktionen führen. Über den Run auf hohe Schutzfaktoren ist völlig in Vergessenheit geraten, dass Filter nicht nur Schutz, sondern auch Belastung für die Haut sind.

  • Kosmetik Lexikon, Seite 192

    Sonnenschutzfilter, Sonnenschutzmittel, Sammelbegriff für kosmetische Grundstoffe von sehr verschiedener chemischer Zusammensetzung, die die Einwirkung von Sonnenstrahlen (UV-Licht) auf die Haut in bestimmten Bereichen mildern. Die kurzwellige UV-Strahlung (UV-B) soll absorbiert (aufgenommen) werden und die längerwellige Strahlung (UV-A), die für die Hautbräunung (Pigmentbildung) als natürlicher Eigenschutz verantwortlich ist, durchgelassen oder bei Sun-Blockern ebenfalls zurückgehalten werden. Geringe Mengen von Sonnenschutzfiltern, in einer sehr dünnen Schicht auf der Haut verteilt, müssen eine optimale Wirksamkeit entfalten. Sie dürfen durch das Licht weder zerstört noch verändert werden und müssen auf der Haut sehr gut verträglich sein, da sehr große Flächen damit behandelt werden. Auch sollten sie möglichst geruchlos sein.

  • Wirkungen und Umweltverhalten von UV-Filtern Schlumpf, Lichtensteiger, Frei, Seite 116

    Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass verschiedene häufig verwendete UV-Filter eine hormonelle Aktivität aufweisen. 8 von 9 getesteten UV-Filtern waren estrogen aktiv und 2 von 8 antiandrogen. Die Wirkungsstärke der UV-Filter liegt im Bereich jener anderer estrogen oder antiandrogen wirksamen Umweltchemikalien. Wird die Toxikologie dieser UV-Filter angesprochen, sind auch die verschiedenen Expositionswege zu diskutieren. UV-Filtern sind wir über Sonnenschutz und über viele Kosmetika ausgesetzt. Bei zunehmender Verwendung in Kosmetika (Erhöhung der Sonnenschutzfaktoren,Verwendung als Produkteschutz) ist aber auch die Freisetzung dieser Substanzen in die Umwelt und damit eine Belastung über die Nahrungskette (Fische, Humanmilch) zu berücksichtigen. Die hormonaktiven UV-Filter werden dabei zu Komponenten des komplexen Gemisches aus Hormonaktiven Umweltchemikalien, dessen Gesamtwirkung beim gegenwärtigen Stand des Wissens noch nicht beurteilt werden kann.

    Estrogene (weibliche hormonelle Aktivitäten) und antiandrogene (männlich hormonelle Aktivitäten) von UV-Filtern wurden gefunden bei: Benzophenon-1, Benzophenon-2, Benzophenon-3, Benzophenon-4, t-Butyl-methoxydibentoylmethan (BMDM), Homosalat (HMS), 4-Methylbenzylidencampher (3-BC), Ethylhexyl-dimethylPABA, Octyl-dimethyl-PABA, Ethylhexyl-Methoxycinnamat, Octylmethoxycinnamat (OMC).

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