Phenoxyethanol

Bewertung: durchschnittlich durchschnittlich
INCI-Bezeichnung
PHENOXYETHANOL
Alternative Namen
phenoxyethanolum, Phenoxethol, Phenoxylethanol
Herkunft
chemisch
Definition
2-Phenoxyethanol
INCI-Funktion
Konservierungsstoff
Die INCI-Funktion beschreibt lediglich den Verwendungszweck eines Kosmetik-Inhaltsstoffs. Sie sagt nichts über dessen tatsächliche Wirkung und Hautverträglichkeit aus. Diese und andere Eigenschaften finden Sie nachfolgend.
Eigenschaften
  • Bewertung: schlecht weniger empfehlenswert
  • Bewertung: durchschnittlich Sensibilisierungshäugfigkeit selten
  • Bewertung: gut hemmt die Entwicklung von Mikroorganismen in kosmetischen Mitteln
CAS-Nr.
122-99-6
EINECS/EILINCS-Nr.
204-589-7

Studien, Fachliteratur und Stellungnahmen zu Phenoxyethanol

  • Springer Lexikon Kosmetik, Seite 322

    Synthetisches Konservierungsmittel. Weniger empfehlenswert.

  • Wikipedia

    Phenoxyethanol wirkt bakterizid und wird in dermatologischen Produkten, wie z. B. Hautcreme, als Konservierungsstoff verwendet, wofür die Kosmetikverordnung eine Konzentration bis 1 % gestattet.

  • Alles-zur-Allergologie

    Typ IV-Kontaktallergen

    Sensibilisierungshäufigkeit sehr selten, Sensibilisierungspotenz sehr schwach.

    Phenoxyethanol (PE) ist ein Antiseptikum und Desinfektionsmittel mit mäßigem antibakteriellem Wirkungsspektrum (insbesondere gegen gram-negative Bakterien). Es wird daher entweder in hohen Konzentrationen oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt, z.B. mit Dibromdicyanobutan im Euxyl K 400. Industriell wird PE als Lösungsmittel für Celluloseacetat, Tinten, Harze sowie als Fixateur in der Parfüm- und Seifenindustrie eingesetzt. Allergologische Relevanz

    Im Hinblick auf die langjährige (Erstsynthese 1894) und die breite Verwendung, u.a. auch im Bereich von Entzündungsherden, sowie aufgrund der seltenen Berichte über Sensibilisierungen wird die Sensibilisierungspotenz als schwach eingestuft.

    Beschrieben wurden kürzlich 2 Fälle einer Kontakturtikaria nach Applikation von Phenoxyethanol-haltigen Kosmetika. Positive Testergebnisse fanden sich dabei in der Epikutan-Testung in der Ablesung nach 20 Minuten sowie im Pricktest auf Euxyl K400 und Phenoxyethanol, negativ blieb Dibromdicyanobutan.

  • Cosmeticsinfo.org

    Phenoxyethanol ist eine ölige, leicht viskose Flüssigkeit mit einem schwachen rose-Geruch. In der Kosmetik-und Körperpflegeprodukten wird Phenoxyethanol bei der Formulierung von Hautpflegeprodukten verwendet und kann auch in Augen Make-up, Düfte, Rouges, Stiftungen und Make-Basen, Lippenstift, Nagelhaut Weichmacher, Bade Seifen und Waschmitteln, Babyprodukte, Sonnencreme und Sonnenschutzmittel für Gesicht, Körper und Fuß gefunden werden.

    Die Sicherheit von Phenoxyethanol wurde von der Cosmetic Ingredient Review (CIR) Expert Panel beurteilt. Die CIR Expert Panel evaluiert die wissenschaftlichen Daten und hat festgestellt, dass Phenoxyethanol ein sicherer Kosmetik-Inhaltsstoff ist. Im Jahr 2007, als Teil der geplanten Neubewertung der Zutaten, als die CIR Expert Panel verfügbaren neuen Daten auf Phenoxyethanol und die obige Schlussfolgerung bestätigt.

    Warum ist es in Kosmetika und Körperpflegeprodukten verwendet?

    Phenoxyethanol verhindert oder verzögert das mikrobielle Wachstum und schützt somit Kosmetik und Körperpflege Produkte von Verderb. Es kann auch in Duftstoffen verwendet werden.

    Wissenschaftliche Fakten:

    Phenoxyethanol wird in der Regel für den gewerblichen Einsatz synthetisiert, aber es kann natürlich auch in Produkten, wie grünem Tee zu finden..

  • Kursbuch Kosmetik, Seite 99

    Kosmetika dürfen den Verbraucher nicht infizieren. Darum müssen sie konserviert werden. Eine nicht ausreichend vor dem Verderben geschützte kosmetische Zubereitung kann die Haut durch Stoffwechselprodukte der Mikroben reizen. Außerdem können sich zersetzende Stoffe hautunverträgliche Spaltprodukte freisetzen.

    Die richtige Konservierung ist eine Gratwanderung zwischen Wirkung und Nebenwirkungen. Sie soll verhindern, dass sich Mikroben vermehren, aber möglichst wenig hautschützende natürliche Bakterien töten.

    Sie muss toxikologisch unbedenklich sein, darf also keine Hautreizungen oder Allergien verursachen, soll sich mit den übrigen eingesetzten Stoffen vertragen, stabil sein und nicht unangenehm riechen.

    Problematisch sind zahlreiche synthetische Konservierungsmittel wegen ihres hohen Allergiepotenzials. Zu diesen Mitteln zählen Formaldehydabspalter wie Bronopol, DMDM-hydantoin oder Isothiazolinon. Konservierungsmittel sind leider nicht nebenwirkungsfrei.

    Das sind Substanzen, die Bakterien töten und auch Wechselwirkungen mit den Hautzellen eingehen. Kritiker pflanzlicher Öle weisen darauf hin, dass sie im Vergleich zu Mineralölen leicht ranzig werden und darum stabilisiert werden müssen. Doch der Einwand, dass natürliche und biologisch gut abbaubare Inhaltsstoffe den Nachteil haben, mit potenziell gefährlichen Wirkstoffen haltbar gemacht werden zu müssen, ist ein wenig stichhaltiges Argument: Gerade Produkte mit Mineralölen sind zumeist auch mit starken Konservierungsmitteln versetzt.

    Für Kosmetika werden auch bevorzugt pflanzliche Öle mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren verwendet, die weitaus haltbarer sind als Öle mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Von Natur aus sehr gut haltbar sind beispielsweise Avocado- und Jojobaöl. Beide werden kaum ranzig.

    Ähnlich wie bei den Tensiden und Emulgatoren kommt der Entwicklung sanfter Konservierungsmittel und -systeme eine besondere Bedeutung zu. Einen wichtigen Beitrag leisten bereits die Auswahl der Rohstoffe, die Herstellungsverfahren sowie die Art der Verpackung. Sind die eingesetzten Rohstoffe keimarm oder gar keimfrei, muss das Gesamtprodukt nicht mehr so stark konserviert werden.

    Wesentlich für die Art und Menge der einzusetzenden Mittel ist zudem die hygienisch einwandfreie Herstellung. Eine Verpackung, die sicherstellt, dass z. B. eine Creme nicht mit den Fingern in Berührung kommt, verringert die Notwendigkeit, das Produkt stärker zu konservieren. Als natürliche Alternativen zu synthetischen Konservierungsmitteln werden z. B. Alkohole oder bestimmte ätherische Öle eingesetzt.

    Als wenig belastend gelten auch so genannte naturidentische Stoffe wie Sorbin- oder Benzoesäure. Sie kommen zwar in der Natur vor, werden aber nicht natürlich, sondern synthetisch gewonnen.

    In manchen Fällen tragen auch Coemulgatoren, wie z. B. Sodium Lauroyl Lactylate oder Glyceryl Caprylate, zur Konservierung bei.

    “Enthält keine Konservierungsmittel”:

    Das ist eine zumeist irreführende Formulierung, da zumindest alle wässrigen Produkte entweder durch ein konservierendes System oder ein Konservierungsmittel haltbar gemacht wurden. Meist bedeutet diese Formulierung, dass das Produkt frei von den in der Kosmetikverordnung aufgelisteten Konservierungsstoffen ist.

    Nicht als Konservierungsmittel gelten auch Stoffe, die eigentlich zu einem anderen Zweck als dem zu konservieren gedacht sind, die aber konservierende Eigenschaften haben, z. B. Pentylene Glycol. Ein Produkt mit Pentylene Glycol kann als frei von Konservierungsmitteln bezeichnet werden. “Enthält keine synthetischen Konservierungsstoffe”: Diese Formulierung ist genauer. Welches Mittel verwendet wurde, sollte bei Allergieempfindlichkeit beim Hersteller erfragt werden. Die Konservierung kann z. B. in der Parfümierung enthalten sein.

  • Kosmetik-Inhaltsstoffe A-Z, Seite 38

    Konservierungsmittel sind wichtige Bestandteile kosmetischer Produkte. Wie bei Lebensmitteln ist es allerdings auch bei Kosmetika schwierig, die keimtötende, desinfizierende Wirkung der Konservierungsmittel mit Hautgesundheit beziehungsweise gesunder Verdauung in Einklang zu bringen. Kosmetika dürfen jedoch keine krankmachenden Keime enthalten. Daher ist es unbestritten, dass die Hersteller in der Verpflichtung stehen, dass Keimwachstum der Produkte ausreichend zu hemmen, damit kein Gesundheitsschaden entsteht. Es besteht jedoch auch die Verpflichtung, dass durch die konservierenden, desinfizierenden, keimtötenden und antimikrobiellen Zusätze keine Hautreaktionen oder gar Allergien ausgelöst werden. Und da sind doch erhebliche Zweifel angebracht, wenn man sieht, welches Arsenal von höchst reaktiven Konservierungsmitteln Kosmetika zugesetzt werden darf. Obwohl Hautärzte und Allergologen von Milliardenschäden für die Gesundheit ausgehen und der wissenschaftliche Ausschuss der EU von einem hohen allergischen Potenzial spricht, bilden auch heute noch Konservierungsmittel wie Triclosan und Methyldibromo Glutaronitrile viel verwendete Kosmetikzusätze. Der Zwang zu konservieren hängt zum Teil auch mit der Vielfalt und der Art kosmetischer Produkte zusammen. Die immer größere Produktpalette auf der Basis wässriger Lösungen und Emulsionen zwingt die Industrie zu einem immer intensiveren Abwehrkampf gegen Keime, Bakterien, Pilze und Co. Ein Stück Oliven- oder Kernseife konserviert sich im Wesentlichen selbst; die immer größere Zahl von Wasser-Fett-Emulsionen verlangt dagegen nach einem speziellen Schutz, zumal von industriell hergestellten Shampoos, Cremes oder Badezusätzen eine Haltbarkeit von mindestens 30 Monaten erwartet wird. Die Naturkosmetika zeigt, dass mit größerer Sorgfalt bei der Rezeptierung und Rohstoffauswahl zumindest auf harte synthetische Konservierungsmittel wie die Chloranilinbildner Triclocaraban und Triclosan sowie die weiter umstrittenen Mittel der Chlorchemie wie Methylchloroisothiazolinone, Chloroacetamide, Chlorobutanol, Chlorophene, p-Chlorphenol, Methyldibromo Glutaronitrile, Iodoprpynyl Butylcarbamate, 2-2(3-Heptyl-4-methyl-2-thiazolin-2-yliden)-methen-3-heptyl-4-methyl thiazolinium Iodid (Quaternium-73) oder Formaldehyd und dessen Abspalter Imidazolidinyl-Harnstoff, 5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxane, 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, 3-Dioxane, Diazolidinyl Urea (Harnstoff), DMDM Hydantoin usw. verzichtet werden kann. Etwas schwieriger wird das Abwägen bei den Konservierungsmitteln mit Lebensmittelzulassung wie den Parabenen, Sorbinsäure, Benzoesäure und ihren Salzen, den Sorbaten und Benzoaten. Sie sind ohne Frage besser verträglich, da sie alle, auch wenn sie heute reine Syntheseprodukte sind, in der Natur vorkommen. Trotzdem sind auch bei diesen Stoffen allergische Reaktionen nicht auszuschließen. Bei den Parabenen kommt erschwerend hinzu, dass sie momentan in vielen Tierversuchen getestet werden, um den Verdacht der hormonellen Wirkung auszuräumen. Vergleichen Sie daher die Produkte sorgfältig.

  • Enzyklopädie der Dermatologie

    Substanzen, die zur Konservierung von mikrobiell anfälligen Salbengrundlagen verwendet werden. Konservierungsstoffe sind häufige Kontaktallergene (Kathon CG um 4%, Benzalkoniumchlorid, Thiomersal und Parabene jeweils um 2%), so dass man, wann immer möglich, versuchen sollte, ohne eine Konservierung auszukommen.

  • Dermatologie MLP Duale Reihe, Seite 133

    Stoffe müssen untereinander in Beziehung gesetzt werden, da aufgrund ihrer chemisch gleichen Eigenschaften innerhalb einer Gruppe (Gruppenallergie) oder mit chemisch unterschiedlichen Strukturen (Kreuzallergie) miteinander reagieren können.

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